Nikau Palme
Diese bestimmte Palmemart ist nur in Neuseeland verbreitet. Keine andere Palmeart wächst südlicher als die Nikau-Palme – jedenfalls nicht in freier Natur! Sie erreicht eine maximale Wuchshöhe von 10 bis 15 Metern, die Blätter können bis zu 2,5 Meter lang werden. Betrachtet man sie aus der Ferne, wirken die Blätter als Ganzes, kommt man jedoch näher, sieht man, dass sie aus vielen schmalen Teilblättern bestehen, die ebenso eine Länge von bis zu einem Meter erreichen können.
Das besondere an der Nikau-Palme ist, dass sie neben den vielen anderen Palmenarten, die man im Laufe der Zeit nach Neuseeland eingeführt hat, die einzige Art ist, die auch ursprünglich aus Neuseeland stammt.
Der Name „Nikau“ stammt aus der Sprache der Maori, jedoch ist die Deutung nicht hundertprozentig geklärt. In anderen polynesischen Sprachen steht nikau als Bezeichnung für die Blätter der Kokosplame, andere Deutungen beziehen sich jedoch auf das Fehlen von Kokosnuss-Samen, nikau – „ohne Nüsse“.
Sie wächst sie nicht überall in Neuseeland, sondern vorwiegend in warmen Küsten- und in tiefer gelegenen Waldgebieten auf der Nordinsel. Auf der Südinsel wächst sie nur noch nördlich von Christchurch. Sie ist eine sehr langsam wachsende Pflanzenart. Sie braucht allein 40 bis 50 Jahre um ihre typische Stammform auszubilden und weitere 100 bis 150 Jahre um eine Höhe von 10 Metern zu erreichen.
Ihre Hauptblütenzeit hat die Nikau-Palme von November bis April, dann ist Sommer auf der Südhalbkugel. Die Blüten sind klebrig und voll mit süßem Nektar, der eine Vielzahl von Insekten anzieht, die wiederrum die Bestäubung übernehmen. Daneben ernährt sich jedoch auch der einheimische Tui von dem Nektar der Nikau-Palme. Die eigentlichen Früchte trägt sie von Februar bis November, die dann ein Jahr benötigen, um reif zu werden. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für einheimische Vögel, insbesondere den Kererū (Maori-Fruchttaube) und der Käkä.
Auch im Leben der Maori besaß die Nikau-Palme große Bedeutung. Sie nutzten die Blätter zum Decken der Häuser, um Lebensmittel vor dem Kochen einzuwickeln sowie um Hüte, Körbe und Matten zu flechten. Aus dem Rinde des Stamms stellten die Maori Behälter her, die sie zur Lagerung von Lebensmitteln und ähnlichen verwenden konnten. Die harten Beeren verarbeiteten sie beispielsweise zu Ketten. Die noch nicht aufgeblühten Blüten sind sogar essbar und können ähnlich wie Blumenkohl zubereitet werden.
Bedrohungen für die Nikau-Palme
Da sie vorwiegend in Küsten- und tiefer gelegenen Waldgebieten beheimatet ist, wurde auch der bestand der Nikau- Palme durch die zunehmende Besiedlung der Menschen und die damit verbundene Veränderung der Landschaft beeinflusst. Ebenso geht man davon aus, eingeführte Tierarten den Bestand der Nikau-Palme durch Abfressen der Blüten, die für die Bestäubung und Fortpflanzung notwendig sind, reduzierten.

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