Neuseeland Essen
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Neuseeland Essen

Die neuseeländische Küche

Italienisch, Griechisch, Indisch … so ziemlich jedes Land zeichnet sich durch seine typischen Gerichte und Zubereitungsarten aus.  Solche Gerichte können historisch oder  durch das Klima bedingt sein, sodass sie selbst ein Stück der Geschichte des Landes wiederspiegeln.

Neuseeland ist ein sehr junger Staat, der sich aus heutiger Sicht aus den Maori, den Nachfahren europäischer Einwanderer und einem bestimmten Prozentsatz an asiatischer Bevölkerung zusammensetzt. Hier entstand eine Mischung aus den unterschiedlichen Kulturkreisen, die sich auch auf die Küche des Landes auswirkt.
Gibt es eine typisch neuseeländische Küche daher überhaupt oder ist es eher eine Mischung aus all diesen Dingen?


Ein Ausflug in die Geschichte


Als die europäischen Siedler nach Neuseeland kamen, nahmen sie einheimische Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und damit auch ihr Esskultur mit, denn niemand außer den Maori besiedelte zu der damaligen Zeit das Land.
Das hieß, es gab viel Fleisch, insbesondere Hammel, denn der überwiegende Teil der Siedler stammte aus Schottland und England sowie weitere typische Gerichte wie Porridge (Hafergrütze).
Gerade in der Anfangszeit war die neuseeländische Küche, wenn man in dieser Zeit überhaupt davon sprechen kann, durchweg schottisch-englisch.

Auch die Maori verwendeten die Dinge, die sie kannten und die ihnen die Natur gab. Dazu gehörten Beeren, daraus gewonnene Säfte, Wurzelgemüse wie Kumara (Süßkartoffel), Pollenkörner und vor allem Meeresfrüchte standen auf dem Speiseplan. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Siedler gern ihre Lebensgewohnheiten auf die einheimische Bevölkerung übertragen wollen. So auch im Fall der Maori, wo versucht wurde sie an europäische Nahrungsmittel anzupassen, was jedoch nur zum Teil gelang. Sie haben bis heute Teile ihrer typischen Esskultur erhalten, darunter auch das Hangi (im Erdofen gegarte Speisen).

Bis in die 60ziger Jahre hinein gab es kaum Restaurants in Neuseeland, was sich bald ändern sollte. Nicht nur die Zahl der Restaurants nahm zu, sondern mit Beginn der 70iger Jahre schwappte auch die Fastfoodwelle bis nach Neuseeland und Ketten wie McDonalds, Kentucky Fried Chicken sowie Pizza Hut breiteten sich rasant aus.


Neues in Neuseelands Küche


Den Einfluss der Besiedlungsgeschichte spürt man in Neuseelands Küche bis heute. Typisch englisch auch die Fish’n’Chips, denen man bei einem Straßenbummel kaum aus dem Weg gehen kann.

Vor 10 Jahren jedoch begann man sich von den alten mitgebrachten Traditionen zu verabschieden, um etwas neues, individuell neuseeländisches zu erschaffen.  Und wie hat man dies getan?

Indem man einheimische Produkte genommen und sie mit europäischen sowie mit asiatischen Einflüssen kombinierte. Es entstand somit ein Mischvariante, die man heute „Crossover-kitchen“ nennt.


Landestypische Gerichte und Produkte


Denkt man an Neuseeland, verbindet man das Land häufig automatisch mit den Maori. Am berühmtesten ist wohl das Hangi, dass unter anderem auch als Touristenattraktion vermarktet wird. Das Prinzip dieser Kochkunst beruht darauf, dass  Speisen, häufig Fleisch, Geflügel und Gemüse, in einem heißen Erdloch gegart werden. Bizarr: Heute bekommt man es sogar als Tiefkühlgericht oder Schnellimbiss, auch außerhalb Neuseelands.

Die Landwirtschaft nimmt in Neuseeland einen sehr hohen Stellenwert ein, sodass Fleischgerichte ein wichtiger Bestandteil der neuseeländischen Küche sind.  An dieser Stelle vor allem Lammbraten, der ebenso noch ein Relikt der britischen Immigranten ist und heute gern mit gebratenen Kartoffeln, Kumara, Kürbis und grünen Erbsen gegessen wird.  Qualitativ gilt das Lammfleisch aus Neuseeland als sehr hochwertig, sodass es auch im Ausland geschätzt wird.

Neuseeland als Inselstaat greift auf die Dinge zurück, die aus dem Meer kommen. Gern gegessen wird der Crayfish (Langusten), Whitebaits (Sardinenart), die Paua sowie Bluff-Austern. Diese stammen aus der gleichnamigen Stadt Bluff am südlichsten Zipfel auf der Südinsel. Das Besondere: Sie können nur von März bis August gegessen werden und sind bekannt als die saftigsten Austern der Welt - eine Delikatesse!

Vom eher Exklusiven hin zum bodenständigeren: Fish’n’chips, die je nach Region mit Hoki (Seehecht), Cod (Kabeljau), Snapper(Schnapper) oder Tarakihi zubereitet werden. Der Fisch erhält ein Mantel aus Bierteig und darf danach im Frittierfett baden, dazu gibt es Pommes.

Sehr beliebt unter den Neuseeländern sind Pasteten mit unterschiedlichen Füllungen, die von Rind, Lamm, Fisch bis zu Gemüse reichen. Neben Pasteten verzehrt man ebenso gerne Sandwiches oder Wraps mit unterschiedlichen Füllungen.


Neuseeländische Mahlzeiten

Ein Frühstück in Neuseeland ist reichhaltig und erinnert an das deftige englische Frühstück mit Toast, Würstchen, Marmelade, Eiern und Speck. Wenn wir Deutschen unser reichhaltiges Mittagbrot zu uns nehmen, greifen die Neuseeländer eher auf ein leichtes Lunch zurück, da das Abendessen eher die Hauptmahlzeit darstellt.