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Maori

Maori oder auch Te Reo Maori genannt ist eine polynesische Sprache der Ureinwohner Neuseelands. Heute ist dir neben Englisch und der neuseeländischen Gebärdensprache eine weitere Amtssprache Neuseelands.

Dies jedoch auch mit einer traurigen Entwicklung. Derzeit wird die Sprache noch von rund 150.000 Menschen gesprochen. Vergleicht man im Gegenzug der Anteil der Maori an der Gesamtbevölkerung, wird ersichtlich, dass nur noch rund 20% der Maori in der Lage sind, ihre eigene Sprache zu sprechen! Aufgrund der geringen  Anzahl der Muttersprachler und der Fortsetzung dieser negativen Entwicklung gehört sie heute zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen.


Warum diese Entwicklung?


Die Ursachen sind vielfältig und können auch in der Besiedlungsgeschichte gesucht werden. Im 19. jahrhundert trafen die ersten europäischen Siedler ein, darunter auch Missionare, die die Sprache begannen schriftlich festzuhalten. Bis dahin war Maori eine rein orale Sprache, die keine Schriftzeichen kannte. Wie sie oft in der Geschichte, sahen es die Siedler als notwendig an, die für sie anscheinend ungebildeten Ureinwohner zu bilden, indem sie Schulen einführten. Dort wurde ausschließlich auf Englisch unterrichtet und die Verwendung des Maori sowohl in der Schule als auch im privaten Bereich verboten. Verstöße gegen dieses Verbot wurden bestraft. Hier liegt wohl der Beginn des Problems, dass immer mehr Maori ihre eigene Sprache förmlich verlernten. Später, als die Besiedelung Neuseelands immer weiter zunahm und sich größere Städte bildeten und auch der Einfluss der modernen Massenmedien immer weiter zunahm, war ein stetiger Rückgang der Maori sprechenden Bevölkerung zu beobachten.

Wer noch fließend Maori spricht, gehört meist zur Bevölkerung ab 40 Jahren oder lebt in sehr abgelegenen Gebieten, wo sich die Einflüsse von Verstädterung, Medien und Modernität nicht so stark auswirkten und die Pflege der Traditionen einen höheren Stellenwert besitzt.

Die junge Generation hingegen ist der Sprache kaum noch mächtig. Dies ist dahingehend problematisch, da sie das Maori nicht an die Folgegeneration weitertragen kann.


Der Schutz der Sprache


Um dieses Erbe nicht zu verlieren, bemüht man sich bereits seit rund 20 Jahren um eine Aktivierung der Sprache. So führte man Maori als Unterrichtsfach in Vorschulen ein oder schuf bilinguale Klassen. Heute werden viele TV- und Radiosendung neben Englisch auch in Maori ausgestrahlt. Dabei versucht man vor allem die Zielgruppe anzusprechen, die die Sprache erhalten und weitertragen soll, nämlich vor allem junge Leute.

Die Erklärung des Maori als Amtssprache ist ebenso ein deutliches Signal zur Erhaltung der Sprache. Als Erweiterung wurde eine Kommission mit dem Ziel der Erhaltung der Sprache gegründet, die sich Te Taura Whiri i te Rēo Māori nennt.
Trotz all dieser Bemühungen ist der Negativtrend, der im 19. Jahrhundert mit der Besiedelung begann, nicht mehr vollständig umzukehren. Meist beherrschen nur noch die Älteren die Sprache fließend, um sie im Alltag anzuwenden. Für die jüngere Maori-Generation ist sie die erste Fremdsprache oder sie wird von Haus aus nur noch bruchstückhaft gesprochen (semi speaker).


Maori im Wandel der Zeit


Im Vergleich zum 19. Jahrhundert hat sich in der heutigen Zeit sehr viel verändert. – Innovationen jeglicher Art haben nicht nur das Alltagsleben stark beeinflusst, sondern wirkten sich ebenso auf den Sprachschatz aus.

Heute spürt man den großen Einfluss des Maori auf die englische Sprache. Vor allem Orts-, Tier- und Pflanzennamen in Neuseeland stammen ursprünglich aus dem Maori, da die Siedler auf Arten trafen, für die es bis dahin gar keine englischen Bezeichnungen gab. Genauso verhält es sich andersherum. Vieles in der heutigen Zeit kann einfach nicht mehr in Maori ausgedrückt werden, weil diese Dinge damals einfach noch nicht existierten. Man müsste demnach eine Vielzahl von neuen Wörtern schaffen, um das Maori wieder an die heutige Zeit anzupassen! Diese Anpassung geschah, indem Wörter aus der englischen Sprache übertragen und an das Maori angepasst wurden. Somit entstand bei rund 20.000 Wörtern hinsichtlich Vokabeln, Grammatik und der Intonation ein Mix aus Englisch und Maori.


Abstammung und Dialekte


Maori ist wie bereits erwähnt eine polynesische Sprache. Zu dieser Gruppe gehören weitere 35 Sprachen, die insgesamt von rund 900.000 Menschen auf den polynesischen Inseln des Pazifiks gesprochen werden, darunter auch in Neuseeland. Die polynesischen Sprachen sind wiederum eine Untergruppe der mayo-polynesischen Sprachen.

Charakteristisch an den polynesischen Sprachen ist die relativ geringe Anzahl der Menschen, die sie Sprechen. Meist handelt es sich dabei nur noch um wenige Tausend, so wie auch beim Maori. Die sprecherreichste Sprache dieser Untergruppe ist das Samoanische (rund 400.000).

Die Geographie des Landes beeinflusst, inwieweit sich Dialekte herausbilden können. Bei einem Inselstaat wie Neuseeland ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass durch die geographische Trennung von Nord- und Südinsel auch eine unterschiedliche Entwicklung der Sprache stattfindet. Dies betrifft beim Maori sowohl den Wortschatz als auch die Aussprache.

Wesentliche Unterschiede gibt es jedoch kaum. Abweichungen, diese liegen überwiegend im Bereich des Wortschatzes, lassen sich hauptsächlich zwischen Bewohnern der Nord- und Südinsel feststellen.